Der Promontorialtest wird bei Voruntersuchungen für eine Cochlea-Implantation eingesetzt, um die Funktion des Hörnervs zu prüfen.
Der elektrische Promontorialtest dient zur Überprüfung der Reizweiterleitung zwischen Innenohr und Hirnstamm und ermöglicht so eine Aussage über den über den Zustand des Hörnervs. Mit Hilfe des Neurostimulators ISIS ist es möglich, das gesamte Spektrum der subjektiven
von der subjektiven Messung im Rahmen der präoperativen audiologischen Diagnostik bis hin zur postoperativen Nachsorge mittels E-BERA abzubilden.
Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, die Messung(en) transtympanal
oder extratympanal durchzuführen.
"Frei"-programmierbarer Neurostimulator mit Trigger Ein- und Ausgang
Stimulusstrom von 10 µA bis 250 mA einstellbar
Vordefinierte Stimuli
Exakte Impedanz- und Stromflusskontrolle
Patientendatenbank
Mobiles - Laptopbasierendes System
Subjektiver Promontoriumstest
Bei dem subjektiven Promontoriumstest wird eine transtympanale Nadelektode oder extratympanale Gehörgangselektrode genutzt. Die Stimulation erfolgt mittels bipolarer Reize, bei sehr niedrigen Stromstärken. Der Patient reagiert auf den "Höreindruck" subjektiv.
Objektiver Promontoriumstest
Der objektive Promontoriumstest stellt eine E-BERA dar. Der Stimulus wird über eine transtympanale Nadelelektrode oder extratympanale Gehörgangselektrode appliziert. Das elektrisch evozierte Potenzial wird über ein BERA System aufgezeichnet. Das BERA System und der Neurostimulator werden dazu mittels eines Trigger-Signals synchronisiert.
Stimulationsprotokoll
Alle Stimulationsparameter, Stimulationszeiten sowie Stromflussinformationen und Warnmeldungen werden automatisch protokolliert und patientenspezifisch gespeichert. Über eine Kommentarfunktion können beliebig viele Kommentare während oder nach der Stimulation eingegeben werden.
1- oder 2- Kanal Hirnstammaudiometrie für ECochG - frühe, mittlere und späte Potenziale
Die Ableitung akustisch evozierter Potenziale (AEP), insbesondere die Hirnstammaudiometrie (BERA), stellt eine zentrale Grundlage der objektiven Audiometrie dar.
Das externe DSP-Modul ist als 1-Kanal oder als 2-Kanal System verfügbar. Die 2-Kanaltechnik ermöglicht parallele Ableitungen und unterstützt so eine effiziente Durchführung, auch bei komplexeren Messprotokollen. Dies ist insbesondere im klinischen Alltag von Vorteil, da sich die Untersuchungszeiten optimieren lassen und die Aussagekraft der Messungen erhöht werden kann.
Ergänzend stehen verschiedene Erweiterungsmodule zur Verfügung, die je nach klinischer Fragestellung eingesetzt werden können. Dazu zählen unter anderem die Messverfahren MERA und CERA zur erweiterten Potenzialdiagnostik sowie spezielle Stimulations- und Auswerteverfahren wie maskierter Chirp und MuSiC, die eine verbesserte Signalqualität und differenziertere Interpretation ermöglichen. Für spezifische Indikationen kann zudem die Elektrocochleographie (ECochG) integriert werden.
Die Systemarchitektur ist modular aufgebaut und erlaubt eine bedarfsgerechte Konfiguration entsprechend der jeweiligen Einrichtung. Dadurch eignet sich die Lösung sowohl für niedergelassene HNO-Praxen als auch für klinische Abteilungen mit erweitertem diagnostischem Spektrum.
Die kombinierte akustische Stimulation über das MUSIC-Modul (Multiple-Simultaneous-Chirp BERA)ermöglicht eine simultane, frequenzspezifische Erregungsschwellenbestimmung mittels FAEP mit hoher diagnostischer Präzision.
Durch die Kombination unterschiedlicher Reizformen wie Klick-, Low- und High-Chirp-Reize können Schwellenwerte bis nahe an die Potenzialschwelle bestimmt werden. Gleichzeitig lassen sich relevante FAEP-Parameter wie Latenzen, Interpeaklatenzen, Amplituden und Potenzialmorphologie erfassen.
Objektive Hirnstammaudiometrie (ABR/BERA) zur Hörschwellenbestimmung und Differentialdiagnostik
Die Hirnstammaudiometrie (ABR/BERA) ist ein etabliertes objektives Verfahren zur Beurteilung der Hörbahn und gilt als Goldstandard zur Abklärung cochleärer, retrocochleärer und neurologischer Hörstörungen. Sie ermöglicht eine zuverlässige Diagnostik ohne aktive Mitarbeit des Patienten und eignet sich insbesondere für Säuglinge, Kleinkinder sowie schlafende oder nicht kooperationsfähige Patienten.
Der ABR-Modus dient der klassischen Hirnstammaudiometrie zur Differentialdiagnostik mittels Klick-Stimulus sowie zur Hörschwellenbestimmung mittels Chirp-Stimulus. Die Analyse von Latenzen und Amplituden der evozierten Potenziale ermöglicht die Beurteilung der neuronalen Signalweiterleitung entlang der Hörbahn.
Für unterschiedliche messtechnische Anforderungen stehen monaurale und binaurale Messvarianten zur Verfügung. In Abhängigkeit vom eingesetzten Wandler können binaurale Messungen durchgeführt werden, wodurch sich gegenüber einer klassischen Links-/Rechts-Messung ein zeitlicher Vorteil von ca. 40 % ergeben kann.
eABR zur objektiven Beurteilung elektrisch evozierter Hirnstammpotentiale bei Cochlea-Implantaten – intra- und postoperativ
Die elektrisch evozierte Hirnstammaudiometrie (eABR) ermöglicht die objektive Beurteilung der neuronalen Reaktion des auditorischen Systems auf elektrische Stimulation. Sie wird insbesondere bei Patienten mit Cochlea-Implantat eingesetzt und kann sowohl intraoperativ als auch postoperativ durchgeführt werden. Die elektrische Stimulation erfolgt über das jeweilige CI-Anpasssystem, während Sentiero Advanced die evozierten Hirnstammpotentiale aufzeichnet. Ein externes Triggersignal synchronisiert Stimulation und Potentialaufzeichnung.
Intra- und postoperativer Einsatz
Gerade im OP-Umfeld bietet die kompakte Bauweise des Sentiero Advanced praktische Vorteile. Das akkubetriebene System arbeitet eigenständig und benötigt für die Messung weder separaten PC noch Monitor oder Tastatur. Dadurch reduzieren sich Platzbedarf, Verkabelung und mögliche elektrische Störquellen. Das geschirmte Elektrodenkabel unterstützt zusätzlich die Reduzierung von Störeinflüssen aus der elektrischen Umgebung. Das Whitepaper beschreibt erfolgreiche Messungen bei 46 Patienten, die überwiegend auch ohne elektrisch abgeschirmten Untersuchungsraum durchgeführt werden konnten.
Auch unter hygienischen Gesichtspunkten ist die kompakte Bauform vorteilhaft. Die weitgehend geschlossene Oberfläche des Handgerätes mit wenigen Kanten und Bedienelementen ist für die Wischdesinfektion gut zugänglich. Gegenüber einem klassischen PC-basierten Messplatz mit Gerätewagen, PC, Monitor, Tastatur und zusätzlicher Verkabelung reduziert sich die Anzahl der im unmittelbaren OP-Umfeld erforderlichen Komponenten und zu reinigenden Oberflächen.
Messung direkt am Gerät
Die eABR-Messung wird direkt über den Touchscreen des Sentiero Advanced gesteuert. Das E-ABR-Modul ermöglicht die Aufzeichnung von bis zu 15 Messkurven innerhalb eines Testlaufs sowie die automatische Erkennung und Markierung der Welle V. Während der Messung werden Messkurven, Aufzeichnungsfortschritt, Rauschen und Elektrodenimpedanzen dargestellt. Ein EEG-Rauschdiagramm unterstützt die Beurteilung der Messbedingungen. Die Elektrodenimpedanzen werden kontinuierlich überwacht.
Die Messdaten werden im Gerät gespeichert und können anschließend zur weiterführenden Auswertung, Markierung und Dokumentation in die MIRA-Software übertragen werden.
eABR - Tutorial
eABR Benutzermenü
Nach dem Start des Moduls stehen Ihnen bis zu fünf frei konfigurierbare benutzerdefinierte Tests zur Verfügung. Diese können zusätzlich gegen unbeabsichtigtes Verstellen gesichert werden.
Die schreibgeschützten Benutzertests stellen eine reproduzierbare und nachvollziehbare Messsequenz sicher. Der Benutzertest „Manuell“ kann dagegen jederzeit an individuelle Anforderungen oder spezielle Fragestellungen angepasst werden.
eABR Einstellungen 1/2
Zubehör und Verbrauchsmaterial zur transtympanalen ECochG Ableitung. Das Paket besteht aus einem steckbaren Patientenableitkabel (für die unterschiedlichen Elektrodentypen) und speziellen Nadelelektroden.
eABR Einstellungen 2/2
Das Zubehör- und Verbrauchsmaterialpaket für die extratympanale ECochG-Ableitung umfasst ein steckbares Patientenableitkabel für unterschiedliche Elektrodentypen sowie einen speziellen Schallschlauch-Satz zum Anschluss von Goldfolien-TipTroden und Elektrodenkabeln.
Aufgrund der extratympanalen Ableitposition weist diese Messmethode systembedingt höhere Elektrodenimpedanzen auf. Entsprechend sind im Vergleich zu invasiveren Ableitformen geringere Signalamplituden zu erwarten, was bei der Interpretation der Messergebnisse zu berücksichtigen ist.
EEG Spectrum Viewer
Das Zubehör- und Verbrauchsmaterialpaket für die tympanale ECochG-Ableitung umfasst ein steckbares Patientenableitkabel für unterschiedliche Elektrodentypen sowie Elektrodenkabel zum Anschluss von Trommelfellelektroden.
Die tympanale Messung bietet einen ausgewogenen Kompromiss zwischen der extratympanalen Ableitung und der invasiven transtympanalen Messung und ermöglicht eine verbesserte Signalqualität bei gleichzeitig reduziertem Invasivitätsgrad.
Frequenzspezifische ABR mit L/M/H-Chirp und Tone-Burst zur objektiven Differentialdiagnostik und Bestimmung der Potenzialschwelle
Das frequenzspezifische ABR-Erweiterungsmodul (FS-ABR) des Sentiero Advanced ergänzt die Hirnstammaudiometrie um schmalbandige Stimuli. Mit L/M/H-Chirp und Tone-Burst können auditorisch evozierte Hirnstammpotentiale gezielt für unterschiedliche Frequenzbereiche untersucht werden. Das Verfahren unterstützt damit die objektive Differentialdiagnostik und die frequenzspezifische Bestimmung der Potenzialschwelle.
Neben Klick und Breitband-Chirp stehen für die frequenzspezifische ABR schmalbandige Chirps zur Verfügung. Während breitbandige Reize einen größeren Bereich der Cochlea anregen, konzentrieren sich frequenzspezifische Chirps auf definierte Frequenzbereiche. Durch den zeitlich angepassten Frequenzverlauf eines Chirps werden die unterschiedlichen Laufzeiten der Wanderwelle auf der Basilarmembran berücksichtigt. Dadurch kann die Synchronisation der neuronalen Antwort verbessert werden, insbesondere bei Stimuluspegeln nahe der Hörschwelle.
Für die frequenzspezifische Untersuchung stehen unterschiedliche Stimuli zur Verfügung:
Low Chirp: ca. 100–850 Hz
Middle Chirp: ca. 850–3.000 Hz
High Chirp: ca. 3.000–10.000 Hz
Tone-Burst: zur gezielten frequenzspezifischen Stimulation
Das System unterstützt eine automatische contra- und ipsilaterale Vertäubung. Die kontralaterale Maskierung kann insbesondere bei asymmetrischen Hörverlusten eingesetzt werden, um eine Beteiligung des nicht untersuchten Ohres an der Reizwahrnehmung zu reduzieren.
Schallwandler und Systemvoraussetzungen
Als Schallwandler können je nach Messkonfiguration die OAE-Sonde, Kopfhörer oder Einsteckhörer verwendet werden. Die maximal erreichbaren Stimuluspegel sind vom eingesetzten Schallwandler und vom gewählten Stimulus abhängig.
Aufgrund der erforderlichen Hardware steht das frequenzspezifische ABR-Erweiterungsmodul ausschließlich für den Sentiero Advanced zur Verfügung. Voraussetzung ist ein bereits vorhandenes ABR- oder binaurales ABR-Modul.