Statische Posturographie
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Das System besteht aus einer statischen Kraftmessplatte und einem künstlichen Horizont. Der künstliche Horizont besteht aus einer Halbkugel, kurz Dom genannt, in der über einen Beamer eine alltagsnahe virtuelle Realität dargestellt wird.
Es dient der Diagnostik und Therapie im Rahmen einer quantitativen Funktionsdiagnostik bei Gleichgewichts- und Haltungsstörungen. Es ermöglicht eine differenzierte Untersuchung aller drei am Gleichgewichtssystem beteiligten Subsysteme (optisches System - propriozeptives System - vestibuläres System).
Immersion - Eintauch in die virtuelle Welt
Der Einsatz von virtueller Realität hängt von der subjektiven Verträglichkeit, den körperlichen Voraussetzungen und der Akzeptanz des Patienten ab. Das Gesichtsfeld spielt in Verbindung mit virtueller Realität eine wichtige Rolle in Bezug auf Immersion, Präsenz und Simulator Sickness. Menschen haben in der Regel ein Sichtfeld von 210° bis 220° Grad horizontal und 130° bis 140° Grad vertikal. Ein Head-Mounted-Display bietet ein Sichtfeld zwischen 100° bis 100° Grad. Der CDP/IVR Dome bietet ein Sichtfeld von ca. 180° Grad horizontal und 90° Grad vertikal. Vereinfacht lasst sich sagen: Je näher die Virtuelle Realität dem menschlichen Gesichtsfeld kommt, desto höher ist das Präsenzgefühl.
Statische Testsequenzen
- Modified Clinical Test of Sensory Interaction on Balance (mCTSIB)
- Limits of Stability (LOS)
- Rhythmic Weight Shift (RWS)
- Unilateral Stance (US)
- Weight Bearing Squat (WBS)
Rehabilitation-Training
- Schnell-Training
- Mobilitätstraining
- Training auf Prinzip der geschlossenen Kette alltagsnaher Bewegungen
- Gewichtsverlagerung
- Sitzendes Training
Video-Tutorials
Der modifizierte klinische Test für sensorische Interaktion und Gleichgewicht (mCTSIB) ist ein funktioneller Test, der untersucht, wie gut ein Patient seine verschiedenen Sinnesinformationen nutzt, um das Gleichgewicht zu halten. Dazu gehören das visuelle System (Sehen), das somatosensorische System (Druck- und Tiefenwahrnehmung) und das vestibuläre System (Gleichgewichtsorgan im Innenohr). Der mCTSIB erweitert den klassischen Romberg-Test, indem er vier verschiedene Bedingungen kombiniert: mit offenen Augen auf fester Unterlage mit geschlossenen Augen auf fester Unterlage mit offenen Augen auf nachgiebiger Schaumunterlage mit geschlossenen Augen auf nachgiebiger Schaumunterlage Durch diese Bedingungen lässt sich erkennen, welche Sinnesinformationen der Patient bevorzugt nutzt und unter welchen Umständen das Gleichgewicht besonders schwierig wird. Dadurch können sensorische Defizite oder Kompensationsstrategien besser beurteilt werden. Ein weiterer Vorteil des mCTSIB ist seine schnelle Durchführbarkeit – der gesamte Test lässt sich meist in weniger als einer Minute absolvieren. Dadurch eignet er sich gut für klinische Routinen, Verlaufskontrollen und Screening-Untersuchungen.
Musterausdruck - mCTSIB
Der Limits-of-Stability-(LOS)-Test ist Teil der Posturographie und bewertet, wie gut eine Person ihr Gleichgewicht kontrollieren kann, während sie sich bewusst an die Grenze ihrer stabilen Haltung bewegt. Der Patient steht dazu auf einer stabilen Plattform und wird aufgefordert, sich gezielt in verschiedene Richtungen zu lehnen oder zu verlagern, ohne dabei einen Schritt zu machen.
Die Limits of Stability (LOS) beschreiben die maximalen Bereiche, in die sich eine Person kontrolliert bewegen kann, ohne das Gleichgewicht zu verlieren. Einfach ausgedrückt zeigen sie, wie weit sich der Körper nach vorne, hinten oder zur Seite neigen lässt, bevor ein Korrekturschritt notwendig wird.
Der Test misst unter anderem die Geschwindigkeit der Gewichtsverlagerung, die Genauigkeit der Zielerreichung und die Kontrolle der Bewegungsrichtung. Dadurch lässt sich beurteilen, wie gut das Gleichgewichtssystem aktiv gesteuert wird und ob Defizite in der Haltungskontrolle oder der motorischen Planung vorliegen.
Musterausdruck – Limits of Stability – CDP/IVR
Bei der rhythmischen Gewichtsverlagerung, einem zweiteiligen Funktionstest, wird gemessen, wie schnell und wie präzise ein Patient seinen Körperschwerpunkt nach vorne, hinten, links und rechts verlagern kann. Die Bewegungen werden dabei in drei unterschiedlichen Geschwindigkeiten (3-Sekunden-, 2-Sekunden- und 1-Sekunden-Rhythmus) ausgeführt.
Der Test zeigt, wie gut der Patient seine Bewegungsrichtung steuern kann und ob er den Körperschwerpunkt kontrolliert in die vorgegebenen Richtungen verschieben kann, ohne das Gleichgewicht zu verlieren. Gleichzeitig wird erfasst, wie gleichmäßig und fließend diese Bewegungen ausgeführt werden.
Das Ziel des Tests besteht darin, die dynamische posturale Stabilität – also die Fähigkeit, das Gleichgewicht während aktiver Bewegungen zu halten – sowie die motorische Kontrolle bei der bewussten Verlagerung des Körperschwerpunkts einzuschätzen. Dadurch lassen sich Einschränkungen der Gleichgewichtsfähigkeit, Koordinationsprobleme oder unsichere Bewegungsmuster besser erkennen.
Der Test dient außerdem als sinnvolle Alternative zum Limits-of-Stability-(LOS)-Test, insbesondere wenn Patienten aufgrund von Bewegungseinschränkungen, Schmerzen oder neurologischen Defiziten nicht in der Lage sind, sich weit genug in die Zielrichtungen zu lehnen. In solchen Fällen bietet die rhythmische Gewichtsverlagerung eine besser durchführbare Möglichkeit, die aktive Gleichgewichtskontrolle trotzdem zuverlässig zu beurteilen.
Musterausdruck - Gewichtsverlagerung - CDP/IVR
Für die posturale Kontrolle ist eine grundlegende Stabilität des Körpers erforderlich. Dabei spielt der Einbeinstand eine zentrale Rolle, denn beim Gehen besteht jeder Schritt aus einer kurzen Phase, in der das gesamte Körpergewicht auf nur einem Bein getragen wird. Für viele Menschen kann dieser Zustand bereits herausfordernd sein, insbesondere bei Gleichgewichtsstörungen, muskulären Schwächen oder neurologischen Einschränkungen.
Mithilfe des Einbeinstand-Tests kann die statische Stabilität bewertet werden. Dabei wird erfasst, wie gut eine Person in der Lage ist, das Gleichgewicht auf einem Bein zu halten, wie ruhig der Körper bleibt, ob Ausgleichsbewegungen nötig sind und wie lange die Position gehalten werden kann.
Ein wichtiges Ziel des Tests ist es, Unterschiede zwischen dem rechten und dem linken Bein zu erkennen, da Abweichungen auf muskuläre Dysbalancen, koordinative Defizite oder funktionelle Einschränkungen hinweisen können. Zusätzlich liefert der Test eine einfache, aber aussagekräftige Einschätzung der allgemeinen Gleichgewichtsfähigkeit und der Fähigkeit des Körpers, Stabilität im Alltag und beim Gehen aufrechtzuerhalten.
Musterausdruck - Einbeinstand - CDP/IVR
Der Kniebeuge-Test ist ein vierteiliger Funktionstest, der die prozentuale Lastverteilung zwischen beiden Beinen im normalen Stand sowie während Kniebeugen in 30°, 60° und 90° Beugung misst. Dadurch lässt sich erkennen, ob ein Patient beide Beine gleichmäßig belastet oder ob es zu einseitigen Ausweich- oder Schonhaltungen kommt.
Die Kniebeuge ist eine grundlegende Alltagsbewegung, die wir ständig ausführen. Sie erfordert Kraft, Koordination, Gelenkbeweglichkeit und eine gute Gleichgewichtskontrolle. Typische Situationen, in denen die Kniebeuge eine zentrale Rolle spielt, sind:
- Ein- und Aussteigen aus dem Auto
- Heben und Tragen von Gegenständen
- Bücken und Aufrichten, um etwas vom Boden aufzuheben
- Treppensteigen oder Hinsetzen und Aufstehen
Der Test hilft dabei, Unterschiede in der Beinbelastung, muskuläre Dysbalancen oder kompensatorische Bewegungsmuster frühzeitig zu erkennen. Er liefert wichtige Informationen über die funktionelle Stabilität, die Beinkraft und die Bewegungsqualität des Patienten – entscheidend für eine gezielte Therapie oder Trainingsplanung.
Musterausdruck - Kniebeuge CDP/IVR
modified Clinical Test of Sensory Interaction on Balance (mCTSIB)
Der modifizierte klinische Test für sensorische Interaktion und Gleichgewicht (mCTSIB) ist ein funktioneller Test, der die Fähigkeit eines Patienten bewertet, seine sensorischen Systeme zu nutzen, um das Gleichgewicht zu halten. Der mCTSIB unterscheidet sich vom Romberg-Test durch die Einbeziehung von Bedingungen, die das Gleichgewicht mit offenen und geschlossenen Augen sowie auf festen und nachgiebigen Oberflächen testen. Außerdem kann den mCTSIB normalerweise in weniger als einer Minute durchführen.
Limits of Stability (LOS)
Der Limits of Stability (LOS) Test ist ein Bestandteil der Posturographie, der die Fähigkeit einer Person bewertet, das Gleichgewicht zu halten und sich innerhalb ihrer stabilen Grenzen zu bewegen. Bei diesem Test wird der Patient auf einer stabilen Plattform positioniert, während er aufgefordert wird, sich in verschiedene Richtungen zu lehnen oder zu bewegen, ohne die Plattform zu verlassen.
Die Limits of Stability (LOS) stellen die Stabilitätsgrenzen eines Patienten dar. Einfach ausgedrückt sind die LOS der maximale Abstand, in dem sich ein Patient bewusst in eine beliebige Richtung neigen kann, ohne die posturale Kontrolle zu verlieren oder einen Schritt zu machen.
Rhythmic Weight Shift (RWS)
Die rhythmische Gewichtsverlagerung ist ein Test innerhalb der Posturographie, der die Fähigkeit einer Person bewertet, das Körpergewicht kontrolliert und rhythmisch zwischen den Füßen zu verlagern. Dabei wird der Patient aufgefordert, in einem bestimmten Rhythmus von einem Bein auf das andere zu wechseln, während seine Bewegungen und das Gleichgewicht auf einer Plattform gemessen werden. Die Bedeutung der rhythmischen Gewichtsverlagerung liegt darin, dass sie wichtige Informationen über die dynamische Stabilität und die motorische Kontrolle des Gleichgewichtssystems liefert. Dieser Test hilft dabei, Defizite in der Koordination und im Gleichgewicht zu identifizieren, die das Sturzrisiko erhöhen können.
Unilateral Stance (US)
Die Posturale Kontrolle erfordert ein grundlegendes Niveau an Stabilität. Der Einbeinstand ist die Grundlage des Gehens. Er ist DAS natürliche Element des Gehens und kann für viele Menschen bereits eine zu große Herausforderung darstellen. Der Einbeinstand bewertet die statische Stabilität und die Fähigkeit, das Gleichgewicht auf einem Bein zu halten. Ein Ziel des Tests ist es daher Unterschiede in der posturalen Stabilität zwischen den beiden Beinen festzustellen.
Der Einbeinstand ist ein zweiteiliger Test, der einmal mit offenen und einmal mit geschlossenen Augen durchgeführt wird. Jeder Test wird in drei Durchgängen von jeweils 20 s Dauer durchgeführt. Der Test wird für beide Beine getrennt durchgeführt. Die posturale Stabilität beider Beine wird getrennt aufgezeichnet und ausgewertet.
Weight Bearing Squat (WBS)
Der Kniebeuge-Test ist ein 4-teiliger Test, der die prozentuale Lastverteilung auf beiden Beinen im normalen Stand mit einer Kniebeuge von 30°, 60° und 90° vergleicht. Die Kniebeuge ist eine sehr wichtige Bewegung im täglichen Leben, da sie eine Grundfunktion ist, die wir ständig ausführen. Beispiele sind:
- Ein- und Aussteigen aus dem Auto
- Heben und Tragen von Gegenständen
- Bücken und Aufrichten, um Gegenstände aufzuheben
- Treppensteigen
