Die kongenitale Cytomegalievirus-Infektion (cCMV) ist die häufigste nicht-genetische Ursache einer angeborenen sensorineuralen Schwerhörigkeit. Hörstörungen können bereits bei der Geburt bestehen oder sich erst im Verlauf der Kindheit entwickeln. Eine frühzeitige und präzise audiologische Diagnostik ist daher entscheidend, um eine gezielte Therapie und eine optimale Hör- und Sprachentwicklung zu ermöglichen.
Die aktualisierte AWMF-S2k-Leitlinie unterstreicht die Bedeutung einer umfassenden audiologischen Diagnostik bei cCMV-infizierten Neugeborenen.
Die Leitlinie empfiehlt zur Diagnosesicherung einer sensorineuralen Schwerhörigkeit den Einsatz diagnostischer Hirnstammpotenziale (BERA, ASSR) sowie diagnostischer otoakustischer Emissionen (TEOAE und DPOAE). Automatisierte Screeningverfahren wie AABR oder aTEOAE sind hierfür nicht geeignet, da sie keine frequenzspezifische und quantitative Bestimmung des Hörvermögens ermöglichen.
Die neue Leitlinie verdeutlicht die klare Abgrenzung zwischen Hörscreening und diagnostischer Hörprüfung. Während automatisierte Verfahren für das Neugeborenen-Hörscreening geeignet sind, ist bei Verdacht auf eine cCMV-bedingte Hörstörung eine vollständige audiologische Diagnostik mit BERA, ASSR sowie TEOAE und DPOAE erforderlich.
Quelle: AWMF-S2k-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Prävention der kongenitalen Cytomegalievirus-Infektion (cCMV), Version 2025.