Distorsionsprodukte otoakustischer Emissionen (DPOAE) sind ein etabliertes objektives Verfahren zur Beurteilung der Funktion der äußeren Haarzellen im Innenohr. Sie ermöglichen eine frequenzspezifische Analyse der cochleären Funktion und erlauben eine zuverlässige Abschätzung der Hörschwelle bei Hörverlusten von bis zu etwa 50 dB HL. DPOAE stellen damit eine wichtige Ergänzung zu subjektiven audiologischen Testverfahren dar, insbesondere bei Patienten mit eingeschränkter oder fehlender Mitarbeit.
Im Vergleich zu transient evozierten otoakustischen Emissionen (TEOAE) lassen sich DPOAE über einen breiteren und insbesondere höherfrequenten Frequenzbereich messen. Dadurch eignen sie sich besonders zur differenzierten Beurteilung hochfrequenter Cochleafunktionen.
Das QScreen DPOAE-Erweiterungsmodul ermöglicht Messungen bei den Frequenzen 1,0; 1,5; 2,0; 3,0; 4,0; 5,0 und 6,0 kHz.
Als Einzelkriterium stehen Signal-Rausch-Abstände von 6, 9 oder 12 dB zur Verfügung.
Das Gesamt-PASS/REFER-Kriterium kann abhängig von der gewählten Anzahl der Messfrequenzen individuell definiert werden.
DPOAE eignen sich insbesondere zur Verlaufskontrolle, zur objektiven Funktionsdiagnostik der Cochlea sowie als ergänzendes Verfahren in der pädaudiologischen und audiologischen Diagnostik.