Vor dem Test erfolgt eine kurze Instruktionsphase durch den Untersucher für den ersten Subtest.
MAUS Erweiterungsmodul
- Home
- Senti & Sentiero Erweiterungsmodul
- MAUS Erweiterungsmodul
Der Münchner Auditive Screeningtest für Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen (MAUS) ist ein standardisiertes Screeningverfahren zur frühzeitigen Erkennung von auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen (AVWS) bei Kindern im Alter von sechs bis elf Jahren.
Der MAUS-Test wurde entwickelt, um in kurzer Zeit zuverlässig zu entscheiden, ob eine weiterführende pädaudiologische Diagnostik angezeigt ist. Er ersetzt keine ausführliche Diagnostik, stellt jedoch ein effizientes und praxisnahes Instrument zur Vorauswahl dar. Die Testdauer beträgt etwa 15 Minuten und erfüllt damit eine zentrale Voraussetzung für den Einsatz als Screeningverfahren.
Der Test besteht aus drei Subtests, die wesentliche Teilfunktionen der auditiven Verarbeitung abbilden.
- Silbenfolgen zur Überprüfung der auditiven Merk- und Verarbeitungsfähigkeit
- Wörter im Störgeräusch” zur Beurteilung des Sprachverstehens unter erschwerten Hörbedingungen
- Phonem-Differenzierung und -Identifikation zur Erfassung der Fähigkeit, sprachliche Laute sicher zu unterscheiden und korrekt wiederzugeben
Die Messung erfolgt über einen kalibrierten Audiometriekopfhörer. Die Auswertung basiert auf altersabhängigen Normwerten, die eine objektive Einordnung der individuellen Leistung im Vergleich zu einer großen Referenzgruppe ermöglichen. Die Normierung erfolgte anhand von 356 Grundschulkindern.
Liegen die Testergebnisse im durchschnittlichen Bereich, ist eine AVWS unwahrscheinlich. Unterdurchschnittliche Ergebnisse liefern hingegen einen wichtigen Hinweis auf einen möglichen weiteren diagnostischen Abklärungsbedarf.
MAUS - Tutorial
Im ersten Teiltest muss das Kind verschiedene Kunstwörter nachsprechen.Zum Beispiel:
- muwage
- punareso
- gusiwerode
Der Untersucher bewertet über "OK" bzw. "Fehler" ob das Kind die Silbenfolge richtig nachgesprochen hat.
Im nächsten Subtest werden dem Kind Wörter im Störschall angeboten. Über die Instruktionsphase für den zweiten Subtest wird das Kind darauf vorbereitet.
Im zweiten Teiltest muss das Kinder verschiedene Wörter unter Störschall nachsprechen. Zum Beiespiel:
- Schuh
- Zahn
- Hahn>
Der Untersucher bewertet über "OK" bzw. "Fehler" ob das Kind die Silbenfolge richtig nachgesprochen hat.
Im dritten Teiltest muss das Kinder verschiedene Phoneme differenzieren und identifizieren. Zum Beispiel:
- ke-ge
- ka-pa
- ble-ple
Der Untersucher bewertet die Phonemdifferenzierung bzw. Phonemindetifizierung jeweils mit "Ja/Nein".
Für die Auswertung stehen altersabhängige Normwerte zur Verfügung.
Die Auswertung erfolgt nach einem Punktesystem an Hand einer Normwerttabelle für alle Tests:
- < 30, extrem unterdurchschnittlich
- 30-40, unterdurchschnittlich
- 41-60, Durchschnittsbereich
- 61-70, überdurchschnittlich
- > 70, extrem überdurchschnittlich