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Fachinformationen & Updates
Willkommen im MackTech Update. Hier finden Sie aktuelle Informationen zu Produktneuheiten, technischen Entwicklungen, neuen Studien, Leitlinien und relevanten Themen aus den Bereichen Audiologie, Neugeborenen-Hörscreening und Neurootologie. Ziel ist es, wichtige Informationen kompakt und übersichtlich bereitzustellen und Neuigkeiten aus unserem Produkt- und Lösungsportfolio vorzustellen.
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HNO-Kongress 2026 Ulm
Neue QScreen Studie vorgestellt
Auf der 97. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde (DGHNO) wurden erste Ergebnisse der NewScreen-Studie vorgestellt. Ziel ist es, Neugeborenenhörscreening und erste Hördiagnostik in einem Untersuchungsschritt zu verbinden.
Das vorgestellte Verfahren kombiniert eine Noise-Cancellation-Technologie mit frequenzspezifischen ASSR-Messungen (Auditory Steady State Responses). Dadurch sollen zuverlässige Untersuchungen auch bei erhöhtem Umgebungsgeräusch möglich werden. Gleichzeitig können bereits während des Screenings erste frequenzspezifische Informationen zur Hörfunktion gewonnen werden.
Im Rahmen der Studie wurden 81 Neugeborene mit dem QScreen-System untersucht und mit etablierten Verfahren verglichen. Bewertet wurden Messdauer, Validität und die Eignung zur Erkennung angeborener Hörstörungen.
Die vorgestellten Ergebnisse zeigen eine hohe Sensitivität und Spezifität bei gleichzeitig deutlich verkürzter Messzeit. Nach Angaben der Autoren konnte die Messdauer um den Faktor 10 reduziert werden. Zudem erwies sich das Verfahren als robust gegenüber Hintergrundgeräuschen von bis zu 80 dB SPL. Die integrierten ASSR-Messungen ermöglichen darüber hinaus erste diagnostische Aussagen bereits im Rahmen des Screenings.
Quelle: Neumann K, Shahpasand S, Radeloff A, Prein L, Knief A.
Neugeborenenhörscreening und -diagnostik in einem Schritt – die Next-Generation-Technologie. Abstract zur DGHNO-Jahrestagung 2026.
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Das zweistufige Hörscreening in der Praxis
Durch die Kombination von TEOAE und AABR in einem Screening-Handgerät kann das 2-stufige Screening Konzept effektiv und kostengünstig durchgeführt werden. Dieses Konzept wurde in der Wessex-Studie getestet und erreichte eine hohe Sensitivität von 91,7% und Spezifität von 98,5% (Quelle: GBA-Beschluss; Tragende Gründe 19. Juni 2008).
Im Neugeborenen-Hörscreening kommen zwei objektive Messverfahren zum Einsatz: die transitorisch evozierten otoakustischen Emissionen (TEOAE) und die automatisierte Hirnstammaudiometrie (AABR). Beide Verfahren sind für das Hörscreening geeignet, unterscheiden sich jedoch hinsichtlich Untersuchungsdauer, Aufwand und Anwendungsbereich.
TEOAE-Messungen ermöglichen ein schnelles und zuverlässiges Screening der Innenohrfunktion (der äußeren Haarzellen) und können in der Regel innerhalb weniger Sekunden durchgeführt werden. Daher eignen sie sich besonders für die 1. Stufe des Neugeborenen-Hörscreenings als Primärscreening der großen Mehrheit gesunder Neugeborener.
Die AABR untersucht zusätzlich die neuronale Hörbahn bis zum Hirnstamm und kann auch seltene Störungen wie eine auditorische Neuropathie erkennen. Aufgrund der längeren Messdauer und des höheren Ressourcenbedarfs wird die AABR bevorzugt bei Risikokindern oder zur Kontrolle auffälliger Erstbefunde eingesetzt.
Das in Deutschland etablierte zweistufige Screeningkonzept folgt daher einem einfachen Grundsatz:
So viele TEOAE-Hörscreenings wie möglich – so viele AABR-Hörscreenings wie nötig
Was bedeutetet das jetzt nun konkret?
TEOAE sind schnell, kostengünstig und für die große Mehrheit der gesunden Neugeborenen ausreichend
AABR werden gezielt dort eingesetzt, wo ihr zusätzlicher diagnostischer Nutzen tatsächlich benötigt wird:
bei auffälligem TEOAE-Befund
bei Risikokindern
zur Senkung der Refer-Rate
zum Ausschluss einer auditorischen Neuropathie
Nicht jedes Neugeborene benötigt eine AABR – aber jedes Neugeborene benötigt ein zuverlässiges Hörscreening. Die AABR sollte dort eingesetzt werden, wo ihr diagnostischer Mehrwert den zusätzlichen Aufwand rechtfertigt.
Dieses Vorgehen verbindet eine hohe Screeningqualität mit einem effizienten Einsatz personeller und technischer Ressourcen. Gleichzeitig werden Risikokinder und auffällige Befunde gezielt einer weiterführenden Untersuchung zugeführt, um eine frühzeitige Diagnose und Versorgung von Hörstörungen sicherzustellen.
Neugeborenen Hörscreening Musterrechnung
Parameter
TEOAE
AABR(monaural/einohrig)
AABR(50%binaural/beidohrig)
Messzeit pro Ohr
1 min
4 min
4 min
Messzeit zwei Ohren
2 min
8 min
6,4 min
REFER-Rate TEOAE Screening
4%
-
-
AABR-Kontrolle
8min
-
-
Zweistufiges-Screening (TEOAE & AABR)
100% der Kinder erhalten TEOAE
4% der Kinder erhalten eine AABR
Reines AABR-Screening
100% der Kinder erhalten ein AABR-Screening
Musterrechnung mit 1.000 Geburten pro Jahr
Parameter
Zweistufiges-Screening(TEOAE + AABR-monaural)
AABR(monaural/einohrig)
TEOAE-Screening
1.000
0
AABR-Screening
40
1.000
Zeit TEOAE
2.000 min
0 min
Zeit AABR
320 min
8.000 min
Gesamtzeit (min)
2.320 min
8.000 min
Gesamtzeit (h)
38,7 Stunden
133,3 Stunden
Mehraufwand AABR
-
+94,6 Stunden p.a.
Einfluss der binauralen AABR-Messung
Das AABR-Screening kann mit dem QScreen TA bei einem Teil der Kinder binaural (beidohrig gleichzeitig) durchgeführt werden. Hierdurch ergibt sich eine Zeitersparnis von etwa 40 % gegenüber einer rein monauralen (einohrigen) Messung.
Berücksichtigt man, dass bei einem zweistufigen Screening etwa 50 % der erforderlichen AABR-Messungen binaural durchgeführt werden können, ergeben sich folgende jährliche Untersuchungszeiten:
Geburten/Jahr
Zweistufiges-Screening(TEOAE + AABR-monaural)
Zweistufiges-Screening(TEOAE + AABR-50% binaural)
AABR-Screening(monaural/einohrig)
AABR-Screening(50% binaural)
1.000
38,7 Stunden
37,6 Stunden
133,3 Stunden
106,7 Stunden
2.000
77,3 Stunden
75,2 Stunden
266,7 Stunden
213,3 Stunden
2.500
96,7 Stunden
94,0 Stunden
333,3 Stunden
266,7 Stunden
Die Musterrechnung zeigt, dass der größte Effizienzvorteil durch das zweistufige Screeningkonzept entsteht. Während bei einem reinen AABR-Screening sämtliche Neugeborenen untersucht werden müssen, erhalten beim zweistufigen Vorgehen lediglich etwa 4 % der Kinder eine zusätzliche AABR-Untersuchung. Die Möglichkeit der binauralen AABR-Messung mit dem QScreen TA reduziert den Zeitaufwand zusätzlich und verbessert die Effizienz insbesondere bei Kliniken mit hohen Geburtenzahlen oder beim Einsatz auf einer neonatologischen Station.
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Ear-Coupler im Neugeborenen-Hörscreening
Die Früherkennung von Hörstörungen durch ein universelles Neugeborenen-Hörscreening (UNHS) ist eine wesentliche Voraussetzung für eine frühzeitige Diagnose und Intervention bei Kindern mit Hörverlust. Die automatisierte Hirnstammaudiometrie (AABR) gilt dabei als Goldstandard, da sie die gesamte Hörbahn bis zum Hirnstamm erfasst und als einzige Screening-Methode auch neuronale Hörstörungen erkennen kann.
Die Durchführung eines Hörscreenings bei Neugeborenen stellt besondere Anforderungen, da sich Ohr und Gehörgang anatomisch deutlich vom Erwachsenenohr unterscheiden. Weiche Gewebestrukturen, Verschmutzungen (Blut, Fruchtwasser, Käseschmiere) sowie seltene Fehlbildungen wie Gehörgangsatresien oder Gehörgangsstenosen können die Schallübertragung beeinflussen und die Untersuchung erschweren. Aus diesem Grund sind speziell für Neugeborene entwickelte Lösungen erforderlich.
Die Ear-Coupler wurden speziell für die Anforderungen des Neugeborenen-Hörscreenings entwickelt. Durch ihre anatomisch angepasste Bauform, die stabile Positionierung und die Einmalverwendung unterstützen sie eine zuverlässige Messung sowie eine hohe hygienische Sicherheit. Gleichzeitig tragen sie dazu bei, Umgebungsgeräusche zu reduzieren und die Reproduzierbarkeit der Untersuchung zu verbessern.
Ein wesentlicher Aspekt ist die akustische Kopplung zwischen dem speziellen Ohrhörer und Neugeborenenohr. Die Ear-Coupler sind Bestandteil des validierten Messsystems und wurde speziell auf die Kalibrierung und akustischen Eigenschaften des Ohres eines Neugeborenen abgestimmt.
Die Ear-Coupler leisten einen wichtigen Beitrag zur Qualität, Zuverlässigkeit und Standardisierung des universellen Neugeborenen-Hörscreenings. Neben praktischen Vorteilen wie einfacher Handhabung und verbesserter Infektionskontrolle unterstützen sie eine reproduzierbare Schallübertragung und damit eine hohe diagnostische Aussagekraft der Untersuchung.